Wie ich meine intuitiven und empathischen

Fähigkeiten als Coach nutze

Erzähl uns von dir. Welchen Beruf übst du aus?

Ich bin Katarina Matthes und ich lebe mit meinem Ehemann und 2 Töchtern in Oranienburg in der Nähe von Berlin. Ich habe dort eine Coachingpraxis und mich auf eine Methode namens Emotionscode (nach Dr. Bradley Nelson) spezialisiert. Dabei identifiziere und löse ich emotionalen Ballast meiner Klienten aus negativen Ereignissen der Vergangenheit.

Im Unternehmensumfeld nutze ich meine mehr als 10 Jahre Erfahrung in Startups und Konzernen und berate Geschäftsführer und ihre Führungskräfte zu Themen wie Potentialentfaltung und Selbstorganisation. Eine typische Fragestellung für Unternehmen lautet “Wie können wir unser volles Führungspotential nutzen, um bessere Ergebnisse zu erzielen während wir ein Top-Arbeitgeber werden?

 

Was hast du bisher gemacht?

Ich habe ursprünglich Betriebswirtschaft in Wismar und Helsinki studiert. Nach meinem Studium begann ich eine Karriere als Produktmanager für Software-Produkte und führte ein Team von 11 Personen, verantwortete die Internationalisierung und Weiterentwicklung eines Online-Fashion Shops. 2014 habe ich eine 1-jährige Ausbildung zum Systemischen Personal- und Business Coach (ECA) gemacht, vor allem weil ich besser führen wollte. Danach habe ich nebenberuflich erste Coaching-Erfahrung als Karriere-Coach und Berater gesammelt. Innerhalb des Unternehmens wechselte ich in die Agile Coach Rolle und half dabei effizientere Produktentwicklungsprozesse aufzubauen und wirkte als Business Mentor für Produktmanager. Letztlich lernte ich, dass für mich der Mensch im Mittelpunkt von allem steht und dass es meine Leidenschaft ist, Menschen zu helfen ihr volles Potential zu entfalten. Es fiel mir sehr leicht mich mit den Menschen zu verbinden und ich konnte schnell zum Kern des Problems kommen, ich wusste allerdings lange Zeit nicht warum.

Wie hast du gelernt, dass du empathisch und hochsensibel bist und wie hast du gelernt, wie du diese Fähigkeiten nutzbar machst?

In den Augen von Anderen hatte ich alles, was man für ein glückliches Leben braucht. Ich gehörte zu den bestbezahltesten Frauen des Landes in einer Männerdominierten Branche, ich habe den Partner fürs Leben gefunden und wir haben 2 gesunde Kinder und trotzdem war ich nicht glücklich, war oft müde und fühlte mich schnell ausgelaugt.

Eine Freundin empfahl mir eine spirituelle Beratung aufzusuchen und davor scheute ich mich lange Zeit. Ich hatte Termine und sagte sie wieder ab, bis ich oft krank war und insbesondere meine Stimme immer wieder versagte. Nachdem ich den Schritt dann machte erfuhr ich, dass ich hochsensibel bin, gepaart mit einer ausgeprägten Empathie. Die Ursache für meine Unzufriedenheit: Ich absorbiere die Emotionen von Anderen und ich hatte keine Möglichkeit diese wieder loszuwerden. Das habe ich mir dann durch verschiedene psychologische Tests, wie den Gallup Strengthsfinder oder 16personalities.com bestätigen lassen.

Was hast du dann gemacht?

Ich suchte nach Menschen, die mir ähnlich sind und lernte wie ich mich schützen kann.

Das erste was man machen kann, ist sich ein Schutzschild vorzustellen, die meisten nehmen eine Blase oder eine Kugel. Für mich funktionierte das nur bedingt. Was mir mehr geholfen hat, war meine Körperwahrnehmung zu stärken. Emotionen fühlen wir mit dem Herzen nicht dem Verstand. In unserem Körper nimmt jeder unterschiedliche Sensationen wahr. Es gibt 60 negative Emotionen und ich kann mittlerweile sagen, wie sich mein Körper anfühlt, wenn ich eine ganz bestimmte Emotion fühle. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich selbst emotionalen Ballast mit mir trage und dass ich Menschen mit ähnlichen Ballast förmlich anziehe. Ich habe gelernt, wie ich diese eingeschlossen Emotionen aus vergangenen Ereignissen mit dem Emotionscode identifizieren und lösen kann.

 

Was ist der Emotionscode?

Der Emotionscode ist eine Energie-Heilmethode, die uns dabei hilft eingeschlossene Emotionen zu identifizieren und sie buchstäblich aufzulösen. Dieses Energien kann man sich wie einen Koffer voller Steine vorstellen, den wir immer hinter uns herziehen. Jedes negative Ereignis, dass wir in der Vergangenheit erlebt haben, addiert einen Stein in den Koffer. Durchschnittlich schleppt ein Mensch, je nach Lebensalter, so viele Emotionen wie das Jahr Tage hat, mit sich herum. Eingeschlossene Emotionen können Depressionen und Ängste auslösen, es hält Menschen davon ab Glück oder Liebe zu empfinden oder bewirkt Isolation von Freunden, Familie oder Nachbarn. Und weil eingeschlossene Emotionen aus Energie bestehen, so wie der Rest unseres Körpers, beeinflussen sie auch unser Körpergewebe und können Schmerzen auslösen. Wenn man diese eingeschlossenen Emotionen auflöst, wird der Körper in einen Zustand versetzt, in dem seine Selbstheilungskräfte aktiviert werden und emotionale oder physische Schwierigkeiten sich auflösen oder aushaltbar werden.

 

Wie identifizierst du eingeschlossene Emotionen?

Das gelingt zuverlässig mit dem Muskeltest aus der Kinesiologie. Die Kinesiologie wird oft von Chiropraktikern oder Heilpraktikern eingesetzt.

 

Wie funktioniert der Muskeltest?

Muskeltests sind ein nicht-invasives Instrument, mit dem wir Ungleichgewichte im Körper erkennen können. Die Wissenschaft dahinter ähnelt einem Lügendetektortest oder einem Polygraphen. In einem Polygraphen wird eine Person an empfindliche Elektroden angeschlossen und stellt bestimmte Fragen. Die Antworten der Person erzeugen eine bestimmte elektrische Reaktion im Körper, die von der Maschine gelesen und grafisch dargestellt wird und zeigt, ob die Antworten wahr oder falsch sind. Dies geschieht auf einer sehr feinen, winzigen Skala. Die Muskeln des Körpers sind ebenfalls von diesem elektrischen Zustand betroffen, so dass wir sie verwenden können, um die gleiche Reaktion zu zeigen, nur in stärker ausgeprägtem, größerem Maßstab. Jeder Muskel wird in einem Zustand der Inkongruenz oder Falschheit geschwächt, was den Widerstand erschwert. Umgekehrt bleiben die Muskeln stark und können Widerstand leisten, wenn sie sich in einem Zustand der Kongruenz oder Wahrheit befinden. Es ist schön, dass Muskeltests es uns ermöglichen, auf wichtige Gesundheitsinformationen zuzugreifen. Wir müssen nur wissen, welche Fragen zu stellen sind, dann den Widerstand auf einen Muskel ausüben und unsere Antworten erhalten.
 

Bei welchen Themen kann man den Emotionscode anwenden?

Bei jeglichen Blockaden, die wir selbst nicht mehr auflösen können, z.B. Trennungsschmerz, Aufschieberitis, starke berufliche Belastung, Gedankenkarussell, wenn sportliche Erfolge ausbleiben, wenn man sich müde und schwach fühlt, Ängste oder Schlafstörungen hat. Unternehmer fragen konkret nach Blockaden um Umsatz zu steigern, Blockaden die ihren Erfolg sabotieren und mit steigender Nachfrage das Thema Longävität (Anm. d. Autors Langlebigkeit).

Du bist selbst Mutter. Kann man diese Methode auch bei Kindern anwenden?

Ja, Kinder sind dafür sehr offen. Meine Tochter kommt mittlerweile von allein auf mich zu und erzählt mir, was in der Schule passiert ist, und dass sie glaubt, dass sie eine Emotion eingeschlossen hat. Emotionen werden innerhalb von 90 Sekunden eingeschlossen, wenn sie nicht prozessiert, also körperlich wahrgenommen werden. Unsere Gesellschaft bietet für Emotionen nicht immer den richtigen Raum. Wenn mich der Chef oder Lehrer vor versammelter Mannschaft demütigt und mir zum Weinen zumute ist, werde ich vermutlich nicht weinen und schon ist der Koffer wieder schwerer. Übrigens können auch Tiere emotionalen Ballast tragen, der sie im Alltag beeinträchtigt.